Grundlagen
Website-Entwicklung im Überblick: die sechs Schritte
Sechs Schritte, immer in derselben Reihenfolge. Wer sie tauscht, zahlt später doppelt.
Veröffentlicht am 15. August 2026
Websites entstehen in einer Reihenfolge, die sich nicht sinnvoll umstellen lässt. Jeder Schritt liefert das Material für den nächsten. Wer zwei Schritte tauscht, macht einen davon zweimal.
Schritt 1: Bestandsaufnahme und Ziel
Am Anfang stehen zwei Fragen. Was soll die Website auslösen, und woran merkt man, ob sie es tut?
Bei den meisten Betrieben ist die Antwort die Anfrage, seltener der direkte Verkauf, gelegentlich die Bewerbung. Das klingt banal, entscheidet aber über den gesamten Aufbau. Eine Seite, die Anfragen bringen soll, sieht anders aus als eine, die Bewerbungen bringen soll.
Dazu kommt die Bestandsaufnahme: Was gibt es schon? Eine alte Website, deren Adressen erfasst werden müssen? Drucksachen mit einer Farbwelt, an die man anschließen kann? Fotos? Ein Unternehmensprofil bei Google?
Schritt 2: Suchbegriffe und Seitenplan
Jetzt wird geprüft, wonach im Einzugsgebiet tatsächlich gesucht wird. Wichtig ist dabei die Absicht hinter der Anfrage, nicht die Suchmenge. Eine Anfrage mit Ortsangabe und Preisfrage ist mehr wert als ein allgemeiner Oberbegriff mit hundertfachem Volumen.
Aus den Begriffen entsteht der Seitenplan. Die Grundregel: Jede Leistung, für die es Nachfrage gibt, bekommt eine eigene Seite. Eine Sammelseite mit sieben Leistungen in Stichpunkten rankt für keine davon.
Der Seitenplan hält fest, welche Seite welche Suchanfrage bedient und welche Handlung sie auslösen soll. Das ist die Grundlage für alles Weitere.
Schritt 3: Inhalte beschaffen
Hier bleiben die meisten Projekte hängen, und zwar unabhängig von Budget und Anbieter.
Gebraucht werden Fotos aus dem Betrieb, Angaben zu abgeschlossenen Arbeiten, Beschreibungen von Sonderleistungen, Qualifikationen und Zertifikaten. Das lässt sich nicht erfinden und nicht ersetzen. Der Rohstoff für gute Texte sind die Fragen, die Kunden am Telefon immer wieder stellen.
Praktischer Rat: Legen Sie einen Ordner an, sobald das Projekt beginnt, und sammeln Sie darin alles, was Ihnen unterkommt. Ein Foto von der Baustelle heute ist mehr wert als der Vorsatz, in vier Wochen einen Fototermin zu machen.
Schritt 4: Texte schreiben
Erst jetzt wird geschrieben, mit dem Seitenplan als Gerüst und den beschafften Inhalten als Material.
Der wichtigste Unterschied zwischen einem guten und einem schlechten Leistungstext ist die Konkretheit. Wir arbeiten sorgfältig und termintreu sagt nichts, weil es jeder schreibt. Wir setzen Bäder ab 12 Quadratmetern komplett um, in der Regel in acht Werktagen, mit Fliesenarbeiten im Haus sagt etwas, weil es überprüfbar ist und weil es Leser aussortiert, die etwas anderes suchen.
Schritt 5: Gestaltung und Umsetzung
Jetzt entsteht das Layout, um den fertigen Text herum. Die Reihenfolge sorgt dafür, dass jeder Textblock den Platz bekommt, den er braucht.
Technisch fällt in diesem Schritt die Entscheidung, wie die Seite ausgeliefert wird. Für Betriebsauftritte, deren Inhalte sich selten ändern, ist eine statische Auslieferung meist die bessere Wahl: schneller, weniger anfällig, kaum Wartungsaufwand. Welche Rolle das Hosting dabei spielt, steht unter Webhosting auswählen.
Zur Umsetzung gehören außerdem die Dinge, die niemand sieht und deren Fehlen später teuer wird: eindeutige Adressangaben, Sitemap, strukturierte Daten, Formular mit Spamschutz, Rechtstexte.
Schritt 6: Livegang und Kontrolle
Der Livegang ist kein Endpunkt, sondern der Beginn der Messung.
Unmittelbar danach: Sitemap aktiv einreichen, bei einem Relaunch jede Altadresse einzeln nachmessen, Formular einmal durchtesten, prüfen ob die Zugriffsmessung tatsächlich Daten liefert. Dieser letzte Punkt fällt regelmäßig durch, weil die Prüfung in der Quelle stattfand statt im ausgelieferten Ergebnis.
Nach vier Wochen die erste Auswertung: Welche Seiten bekommen Einblendungen, welche nicht, wo brechen Besucher ab. Daraus ergibt sich die Arbeitsliste für die nächsten Monate.
Was danach kommt
Eine Website ist an dem Punkt nicht fertig, sondern betriebsbereit. Aktualisierungen, neue Inhalte und die Beobachtung der Suchbegriffe laufen dauerhaft weiter. Was passiert, wenn dieser Teil ausbleibt, steht unter Tote Websites erkennen.
Wie wir diese sechs Schritte im Projekt umsetzen, steht unter Website erstellen.